Da ich selbst im Moment verhindert bin und nicht zum schreiben komme, damit es hier aber trotzdem etwas Neues zu lesen gibt; ein Gedicht von Robert Frost aus einer Sammlung von Lars Vollert, die 2002 bei Langewiesche-Brandt erschienen ist.
Die deutsche Übersetzung kann das Reimschema nicht originalgetreu beibehalten ohne den Sinn zun verfälschen, deshalb hier die schönere englische Variante.
Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I've tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had perish twice,
I think i know enough of hate
To know that for destruction ice
Is also great
And would suffice.
Robert Frost, Lars Vollert(Hrsg.); Promises to keep, selected Poems, Ebenhausen/München 2002
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Sonntag, 11. Oktober 2009
Possession - Ein vergessenes Juwel
"Possession" ist der vierte Film des polnishen Regisseurs Andrzej Żuławski aus dem Jahr 1981. Der Wikipedia - Artikel verrät nicht einmal die Handlung in groben Zügen. Er besteht aus nur drei Sätzen. Wer den Film bei Amazon bestellen will, muss sich mit der spanischen DVD für ca. 30€ abfinden. Die deutsche Version der DVD ist fast nirgendwo mehr zu bekommen. Dabei ist "Possession" ein Meisterwerk, das längst Kultstatus und mehrfach Auflagen verdient hätte. Hauptdarstellerin Isabelle Adjani erhielt für ihre Rolle die Auszeichnung als beste Schauspielerin in Cannes. Żuławski erhielt für sein Werk die Goldene Palme. Nun ist Cannes nicht der Nobelpreis, was heißt, dass man daraus durchaus die hohe Qualität des Films ableiten kann.
In Westberlin gedreht, erzählt "Possession" die Geschichte eines Ehepaars, die sich nach längerer Dienstreise Marks (Sam Neill) widersehen. Anna eröffnet ihrem Mann, dass sie ihn , während seiner Abwesenheit, betrogen habe. Zunächst versucht Mark die Beziehung zu retten und so gut als möglich seinen Sohn von den Streitigkeiten fern zu halten. Es stellt sich heraus, dass ihr erster Liebhaber, ein russischer Tänzer, kaum noch Kontakt zu ihr hat. Dennoch verschwindet Anna immer wieder und bleibt für Abende weg. Es muss also noch einen Dritten geben... Mark setzt verzweifelt einen Detektiv auf seine Frau an, der wenig später ermordet wird.
Sam Neill und Isabelle Adjani sind ihren Rollen so gewachsen, dass die Intensität der zu Beginn sich immer mehr steigernden Eifersuchtsproblematik, mit der Mark alleine gelassen wird, unglaublich greifbar wird. Man spürt förmlich seine Zerissenheit am eigenen Leib. Irgendwann rastet er aus und schlägt Anna, und in diesem Moment ertappt man sich zu denken, sie habe das auch wirklich verdient. Im Zentrum stehen die beiden Hauptdarsteller, immer wieder werden Nahaufnahmen ihrer Gesichter, ein gekränkter Mark, dessen verzweifelter leerer Blick Mitleid erregt, und eine besessene Anna, deren tiefe dunkle Augen in den Schlund der Hölle blicken lassen. Isabelle Adjani wächst in ihre Figur hinein. Man merkt es, wenn ihr sie ihr Verhältnis zum Glauben erläutert und immer wieder den Zuschauer anblickt, um zu zeigen, was es heißt mit dem Teufel zu paktieren. Eine dionysische Freiheit und erotische Erfüllung auf der einen Seite und eine folgenschwere blutige Bürde auf der Anderen. Das macht Angst, man wird angesehen und bekommt gesagt, dass jeder von uns durch die Schranken eines bürgerlichen Lebensstils in den Wahnsinn getrieben werden kann. Es gibt keinen Gott der einen vor der Erotisierung des advocatus diaboli schützt. Im übrigen ist die echte Mauer im Film für die angesprochenen Schranken eine widerkehrende Metapher.
Man kann kaum glauben, dass Adjani diesen Blick nach der Zeit am Set ohne Probleme wieder los bekommen hat. Er ist zu authentisch. Sie selbst gebährt in einer verstörenden Szene ein Monstrum, dass sie zuvor im Geiste erschaffen hat. Ja, in gewisser Weise ist Anna sie selbst. In dieser Szene zeigt sich die Genialität ihrer Darstellung, wenn sie wie eine Furie durch eine verlassene U-Bahn Station hetzt. Auf das Schlimmste mit Sehnsucht wartend. Der Film trägt surrealistische Züge und hat sicherlich mehrere Interpreationsebenen. Wer sich mit Filmen von Cronenberg oder Lynch anfreunden kann, wird hier nicht enttäuscht sein. "Possession" ist ein Kunstfilm, der einen nicht unterhalten will. Streckenweise ist er brutal, nicht zu ausladend, und manchmal verstörend. Dem Zuschauer wird es hier nicht leicht gemacht. Die Bilder heften sich ins Gedächtnis und mehr als einmal bleibt einem der Mund offen stehen, ansonsten wäre ich auch um diese Uhrzeit nicht mehr wach. Wer sich 2 Stunden Zeit nimmt um sich in die Abgründe der menschliche Psyche zu begeben und die Frage nach dem Glauben stellt oder was passiert, wenn zwei emotionale Menschen kollabieren, wird "Possession" lieben. Er ist ein vergessenes Juwel.
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Donnerstag, 8. Oktober 2009
Warum Simon Bookish Ruhm verdiente
Sein erstes und bisher einziges Album; "Everything Everything" erschien Oktober 2008. Ich wüsste nicht, dass sich seither um den talentierten Musiker des deutschen Labels "Tomlab" etwas getan hätte. Allerdings fragt man sich; warum eigentlich nicht!? "Everything Everything" füllt eine Lücke. Es verknüpft spielerisch elektronische, poppige und jazzige Elemente zu einem wirklich großen, fast wahnsinnig machenden, Spaß. Martin Büsser nennt das "Erwachsenen-Pop", und nichts ist falscher als das. Dafür ist dieses Album zu bunt, zu schrill. Es ist das Medium eines "new sense of humour". "Everything everything" ist so facettenreich, dass man kaum Zeit findet um inne zu halten und auf all die verspielten Details zu achten, die darin versteckt wurden. Der Text von "Carbon" scheint auf den ersten Blick völlig sinnlfrei. Doch man erschrickt fast, wenn sich hinter den, nach Plastikkeyboard und 80's Synthiepop klingenden Tönen, eine haarscharfte Analyse des Zeitgeistes entwickelt, die Aufdeckung einer neuen snobistischen Bionik. Eine ganze Kaste junger westlicher Männer wird hier demaskiert. In "A crack in larson C" horcht man der Geburt eines Waisenkindes zu, geht still seinen Weg in der Einsamkeit, in der Besonderheit seines Daseins, um am Ende mit der Wucht kollidierender Planeten auf die Einsamkeit der Sterne aufmerksam gemacht zu werden. Sie sind die mächtigsten Waisen dieses Universums. Dieses Lied erzeugt eine ungewöhnliche klaustrophpobische Dichte und scheint so garnicht zum Rest des Albums zu passen. Und doch tut es genau das. Keine klare Linie, keine Führung, keine Eltern, kein gutes Ende, und auf keinen Fall Erwachsenen-Pop, weil auch keine Langeweile und keinen Geschmack.
Official Homepage Simon Bookish
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Überspitzte Analyse contra philosophische Correctness
Eines der gegenwärtig interessantesten Intellektuellenduelle wird in den Feuilletons der "FAZ" und der "Zeit" geführt. Die Kombattanten sind der ebenso bekannte wie berüchtigte Rektor der Karlsruher Hochschule für Gestaltung Peter Sloterdijk und der Habermas - Schüler Axel Honneth, ebenfalls Professor der Philosophie in Frankfurt. Einen Karlsruher verfolgt das Gefecht bis in die Lokalpresse. Die Bruchsaler Neueste Nachrichten veröffentlichten am 27.09. einen Artikel im Kulturressort, der sich natürlich nicht allzu offensichtlich vom Karlsruher Vorzeigeprofessor distanziert. Wir sollten an einer anderen Stelle noch die Frage stellen, ob Karlsruhe eines solchen Intellektuellen überhaupt bedarf. Nun aber zurück zur Philosophen-Fehde. Alles begann mit einem Artikel Sloterdijks zur Revolution der gebenden Hand in der FAZ vom 13. Juni diesen Jahres. Sloterdijk referiert über die fälschliche Konnation des Kapitalismusbegriffs nach Marx und den Missbrauch durch marxistische Anhänger als Kampfbegriff. Die Wirtschaft ist für ihn vielmehr konstituiert durch das Gläubiger - Schuldner Verhältnis. Eine Beziehung die dem abendländischen Denken aus einer metaphysischen Projektion bekannt ist. "[...] die faustische Unruhe des ewig getriebenen Unternehmers ist der psychische Reflex des Zinsstresses." (P.Sl.) Ehemals war der Zinsstress die Hypothek der Erbsünde, die durch Kastanei und physischen Verzicht abgezaht wurde. Sloterdijk rührt hier wieder an den Archetypen christlicher Mentalität. In "Zorn und Zeit" (2006) konnte er die historische Wende dieses Bildes durch den platonistischen "Thymos"-Begriff überbrücken. Nun fokussiert er die Aktivitäten des Staates. Wer die Gläubiger - Schuldner Relation verstehen will muss den modernen Staat näher betrachten. Der moderne "kleptokratische" Staat ist die größte Nehmermacht. Er kultivierte eine Enteignung auf einkommenssteuerlicher Basis, die einem sozialistischen Ideal kaum nachsteht. Sloterdijk definiert die soziale Marktwirtschaft neu, als einen "steuerstaatlich zugreifenden Semi-Sozialismus auf eigentumswirtschaftlicher Grundlage". Unter anderem sprechen Höchststeuersätze von fast 50%, die den "Erfolg bestrafen", und eine staatliche Schuldenpolitik, die eine eindeutige Äquivalenz von Fiskus und Unternehmswirtschaft zulassen, für Sloterdijks Fazit.
Axel Honneth sah darin allerdings eine klare Absage an die soziale Marktwirtschaft. Er veröffentlichte seinen Gegenstandpunkt in der Zeit vom 24.09. Einer lustlosen Analyse der sloterdijkschen Leserschaft, die gekünstelt und pseudopathologisch daherkommt, folgt eine allerdings ernstzunehmende Argumentation contra Sloterdijks Beitrag zur aktuellen Wirtschaftssituation. Wir wollen hier eingestehen, dass der Sozialstaat seinen historischen begründeten Sinn hat und Sloterdijk einen Anspruch auf revolutionäre Umgestaltung, sofern man sie ernst nimmt, dieses Staates äußert. Für diejenigen, die den sozialstaatlichen Institutionen ehrergiebig und respektvoll gegenüberstehen, ist dies eine Anmaßung. Allerdings stellen sich hier mehrere Fragen.
1. Will Sloterdijk ernstgenommen werden?
Seinem öffentlichen Antwortbrief vom 27.09 ist zu entnehmen, dass er Honneth den Humor abspricht, der ihm anscheinend beschieden ist. Er will es also nicht. Auch wenn sein Anwortschreiben durchaus sachliche und inhaltliche Erwiderungen beinhaltet ist dort zwischen den Zeilen zu lesen; "Mach doch keine Diskussion daraus. Ich wollte euch doch nur ein bisschen reizen und ein paar interessante Möglichkeiten, die doch nicht zwangsläufig Wirklichkeiten sein müssen, darlegen."
Denn nun stellt sich Frage 2; "Kann man eine philo-politische Diskussion diesen Ausmaßes in einem Feuilleton bestreiten?". Sicherlich nicht. Der mangelnde Platz, lässt Interpretationspielräume. Das Gesagte ist nie alles was zu sagen wäre und eine stringente Argumentation ist für den Rahmen eines Zeitungslesers auch keineswegs gewünscht.
Allerdings stellt sich nun die 3. Frage, warum Peter Sloterdijk dem franfurter Kollegen, wenn er all dies bereits erkannt hat, solche Spitzen zutreibt. Da ist von Desinteresse, Humorlosigkeit, mangelnder Originalität und Müdigkeit die Rede. Sloterdijk hatte schon einmal für eine langwährende Feuilletondebatte gesorgt nach seinem Vortrag "Regeln für den Menschenpark". Auch hier goß er immer wider Öl ins Fehdefeuer. Dass Peter Sloterdijk ein überheblicher Philosoph ist zeigen auch solche Gesten:
Wobei hier wahrscheinlich den meisten, auch den couragiertesten, Kollegen der Kragen geplatzt wäre. Keiner hätte allerdings dermaßen abwertend reagiert.
Sofern ER sein Werk richtig versteht, appellieren wir hier an P. Sloterdijk, er solle doch anerkennen, dass seine Philosophie, wenn zwar nicht ernst gemeint, doch ernsthafte Objekte zum Gegenstand hat. Einen aufgewühlten Kollegen deshalb zu degradieren, weil er die unsystemathische und poetische Bearbeitung der Themen, den "Modus des Philosophierens" so Sloterdijk, für unzulänglich hält, ist äußerst unangebracht. Sloterdijk hat keinen Grund deshalb gekränkt zu sein.
Hier zeigt sich ein fundamentaler und unüberbrückbarer Aspekt der immer dann auftritt, wenn eine avantgardistisch - verspielte Philosophie á la Sloterdijk auf akademische Filigranheit und philosophische Exaktheit trifft. Einige Nietzscheaner kämpfen mit diesem Umstand noch heute. Ob es philosophische Exaktheit gibt, kann hier nicht geklärt werden, aber dass der feuilletonistische Rahmen keine hinreichende Plattform darstellt ist eindeutig.
Hans Ulrich Gumbrecht machte diesen unüberwindbare Graben an den Personen fest; Sloterdijk will Autor sein, sein Schlag wird Moderator von Philosophiesendungen im Fernsehen, Honneth will Wissenschaftler sein, sein Schlag wird vom Bundestag in die Ethikkommission berufen ("Zeit" 1.10.09).
Es bleibt noch einen Appell an Axel Honneth zu richten. Da Peter Sloterdijk selbst schon lange nicht mehr bei der akademischen Zunft hofieren will, da er es nicht für nötig hält, sollte sich die Zunft auch nicht mehr um einen Autor seines Schlages bemühen. Schon garnicht mit energetischen Publikation zwei Monate zu spät, wenn der Sturm längst vorüber ist.
Allen anderen sei die kritische Sloterdijk - Lektüre ans Herz gelegt. Überspitztheit kann für eine konstruktive Analyse auch erbaulich sein.
Axel Honneth sah darin allerdings eine klare Absage an die soziale Marktwirtschaft. Er veröffentlichte seinen Gegenstandpunkt in der Zeit vom 24.09. Einer lustlosen Analyse der sloterdijkschen Leserschaft, die gekünstelt und pseudopathologisch daherkommt, folgt eine allerdings ernstzunehmende Argumentation contra Sloterdijks Beitrag zur aktuellen Wirtschaftssituation. Wir wollen hier eingestehen, dass der Sozialstaat seinen historischen begründeten Sinn hat und Sloterdijk einen Anspruch auf revolutionäre Umgestaltung, sofern man sie ernst nimmt, dieses Staates äußert. Für diejenigen, die den sozialstaatlichen Institutionen ehrergiebig und respektvoll gegenüberstehen, ist dies eine Anmaßung. Allerdings stellen sich hier mehrere Fragen.
1. Will Sloterdijk ernstgenommen werden?
Seinem öffentlichen Antwortbrief vom 27.09 ist zu entnehmen, dass er Honneth den Humor abspricht, der ihm anscheinend beschieden ist. Er will es also nicht. Auch wenn sein Anwortschreiben durchaus sachliche und inhaltliche Erwiderungen beinhaltet ist dort zwischen den Zeilen zu lesen; "Mach doch keine Diskussion daraus. Ich wollte euch doch nur ein bisschen reizen und ein paar interessante Möglichkeiten, die doch nicht zwangsläufig Wirklichkeiten sein müssen, darlegen."
Denn nun stellt sich Frage 2; "Kann man eine philo-politische Diskussion diesen Ausmaßes in einem Feuilleton bestreiten?". Sicherlich nicht. Der mangelnde Platz, lässt Interpretationspielräume. Das Gesagte ist nie alles was zu sagen wäre und eine stringente Argumentation ist für den Rahmen eines Zeitungslesers auch keineswegs gewünscht.
Allerdings stellt sich nun die 3. Frage, warum Peter Sloterdijk dem franfurter Kollegen, wenn er all dies bereits erkannt hat, solche Spitzen zutreibt. Da ist von Desinteresse, Humorlosigkeit, mangelnder Originalität und Müdigkeit die Rede. Sloterdijk hatte schon einmal für eine langwährende Feuilletondebatte gesorgt nach seinem Vortrag "Regeln für den Menschenpark". Auch hier goß er immer wider Öl ins Fehdefeuer. Dass Peter Sloterdijk ein überheblicher Philosoph ist zeigen auch solche Gesten:
Wobei hier wahrscheinlich den meisten, auch den couragiertesten, Kollegen der Kragen geplatzt wäre. Keiner hätte allerdings dermaßen abwertend reagiert.
Sofern ER sein Werk richtig versteht, appellieren wir hier an P. Sloterdijk, er solle doch anerkennen, dass seine Philosophie, wenn zwar nicht ernst gemeint, doch ernsthafte Objekte zum Gegenstand hat. Einen aufgewühlten Kollegen deshalb zu degradieren, weil er die unsystemathische und poetische Bearbeitung der Themen, den "Modus des Philosophierens" so Sloterdijk, für unzulänglich hält, ist äußerst unangebracht. Sloterdijk hat keinen Grund deshalb gekränkt zu sein.
Hier zeigt sich ein fundamentaler und unüberbrückbarer Aspekt der immer dann auftritt, wenn eine avantgardistisch - verspielte Philosophie á la Sloterdijk auf akademische Filigranheit und philosophische Exaktheit trifft. Einige Nietzscheaner kämpfen mit diesem Umstand noch heute. Ob es philosophische Exaktheit gibt, kann hier nicht geklärt werden, aber dass der feuilletonistische Rahmen keine hinreichende Plattform darstellt ist eindeutig.
Hans Ulrich Gumbrecht machte diesen unüberwindbare Graben an den Personen fest; Sloterdijk will Autor sein, sein Schlag wird Moderator von Philosophiesendungen im Fernsehen, Honneth will Wissenschaftler sein, sein Schlag wird vom Bundestag in die Ethikkommission berufen ("Zeit" 1.10.09).
Es bleibt noch einen Appell an Axel Honneth zu richten. Da Peter Sloterdijk selbst schon lange nicht mehr bei der akademischen Zunft hofieren will, da er es nicht für nötig hält, sollte sich die Zunft auch nicht mehr um einen Autor seines Schlages bemühen. Schon garnicht mit energetischen Publikation zwei Monate zu spät, wenn der Sturm längst vorüber ist.
Allen anderen sei die kritische Sloterdijk - Lektüre ans Herz gelegt. Überspitztheit kann für eine konstruktive Analyse auch erbaulich sein.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Aller Anfang
Dieser Blog verdankt seinen Namen den wunderbaren geistigen Ausflügen Martin Heideggers auf die Feldwege Meßkirchs. Es ist der Akt des heideggerschen Denkens, der sich dort vollzieht. Und schließlich ist bei diesem Dort im Moment des Denkens die Tür des Seins zu seiner Eigentlichkeit geöffnet. Die beste Art des Denkens ist das Fragen. Da jeder Martin und generell Jeder Feldwege haben sollte, möchte ich mir und Allen ein paar zugänglich machen. In der Hauptsache werden wir also als Fragesteller auf den Feldwegen wandern. Fragen macht an sich schon genug Freude, weshalb also Antworten. Die Objekte des Fragens sollen aktuelle oder vergangene, wichtige oder unwichtige, existenzielle oder banale, im Prinzip alle Themen die mich interessieren, sein. Das dürfte vielseitig genug werden, und wie gesagt, manchmal unwichtig und manchmal auch banal. Warum sollte irgendjemand einen solchen Blog brauchen?
Zum Einen ist Wandern eine erholsame Angelegenheit. Wenige nehmen sich Zeit zu wandern, viele laufen, dabei ist die Türe zur Eigentlichkeit allerdings nicht geöffnet. Manche laufen an der Türe vorbei. Sie sind zu schnell. Viele konzentrieren sich zu wenig auf wesentliches. Wesentliches kann es auch im Banalen geben. Viele laufen zu langsam. Dann ist der Weg nur noch Standort. Vielleicht freut man sich, beim wandern geführt zu werden. Vielleicht kann man neue Aspekte entdecken. Die unscharfe Brille ablegen und Spaß an Fragmenten gegenwärtiger Kulturlandschaften entfalten. Feldwege sind Biotope des Denken und man sollte sich die Zeit nehmen ihre Vorzüge und ihren Charakter kennenzulernen. Was eindeutig dagegen spricht; es gibt tausende solcher Blogs. Aber keiner ist von mir, das macht sie nur noch halb so gut.
Dass Heidegger seine Fragen (vorallem die der Ethik) unzureichend beantwortete, entbindet mich widerum von der Verlegenheit Antworten geben zu müssen. Man könnte also sagen, dieses Projekt versucht sich am philosopischen Journalismus oder an journalistischer Philosophie. Ich werde mich um poetische Dichte bemühen, damit das Lesen nicht allzu trocken wird. Und ab und zu werde ich auch privat, vermutlich.
Zum Einen ist Wandern eine erholsame Angelegenheit. Wenige nehmen sich Zeit zu wandern, viele laufen, dabei ist die Türe zur Eigentlichkeit allerdings nicht geöffnet. Manche laufen an der Türe vorbei. Sie sind zu schnell. Viele konzentrieren sich zu wenig auf wesentliches. Wesentliches kann es auch im Banalen geben. Viele laufen zu langsam. Dann ist der Weg nur noch Standort. Vielleicht freut man sich, beim wandern geführt zu werden. Vielleicht kann man neue Aspekte entdecken. Die unscharfe Brille ablegen und Spaß an Fragmenten gegenwärtiger Kulturlandschaften entfalten. Feldwege sind Biotope des Denken und man sollte sich die Zeit nehmen ihre Vorzüge und ihren Charakter kennenzulernen. Was eindeutig dagegen spricht; es gibt tausende solcher Blogs. Aber keiner ist von mir, das macht sie nur noch halb so gut.
Dass Heidegger seine Fragen (vorallem die der Ethik) unzureichend beantwortete, entbindet mich widerum von der Verlegenheit Antworten geben zu müssen. Man könnte also sagen, dieses Projekt versucht sich am philosopischen Journalismus oder an journalistischer Philosophie. Ich werde mich um poetische Dichte bemühen, damit das Lesen nicht allzu trocken wird. Und ab und zu werde ich auch privat, vermutlich.
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